Hurra, wir konnten inzwischen drei Kreuze hinter den letzten Handwerkern machen, die uns kurz vor Karneval endlich verlassen haben. Alle Arbeiten, die wir selber körperlich nicht mehr machen wollten und konnten, sind erledigt. Den ganzen Rest, wie Abdeckleisten, Versiegelungen und kleinere Tapezierarbeiten, machen wir nun lieber selber. Wahrscheinlich bin ich jetzt für den Rest des Lebens traumatisiert :)))
Ich weiß nicht ob ihr euch das alles vorstellen könnt. Da kommen morgens 3 oder 4 Personen, jeder lässt erst mal die Haustür offen und rennt x mal rein und raus um noch ein Werkzeug oder noch mehr Material aus dem Auto zu holen. Da wird es im Winter merklich kalt im Haus. Bei Schnee- und Regenwetter lohnt es sich gar nicht auch nur an putzen zu denken ... weil, eh zwecklos. Später musste dann der Dampfreiniger eingesetzt werden.
Unsere Elite-Tapezierer klebten trotz Anweisung zweimal die falsche Tapete und mussten zweimal alles wieder von den Wänden runterholen. Das Lieblingsmaterial der Tapezierer ist übrigens Acryl, denn damit spritzen sie alle Kanten, Risse oder Nähte aus um unsaubere Stellen zu kaschieren. Aber da, wo neu ausgespritzt werden sollte, wie am offenen Kamin, da landete kein bisschen Acryl in den Fugen. Da musste der Hausherr selber ran
Angeblich sollte es bei der Sanierungsfirma, für die bei der Trocknung zerstörten Fliesen, ein extra Team geben, das Internet-Recherche betreibt, um möglichst optimal passende Ersatzfliesen einzubauen. Zumindest wurden wir so beruhigt, bevor die Platten für die Trocknungsgeräte angebohrt oder entfernt wurden. Am Ende passten aber weder Farbe noch Größe. Nach dem Ausfugen wurde zusätzlich eine riesige Schweinerei zurückgelassen. Das komplette Erdgeschoss haben wir dann lieber gleich selber ersetzt.
Der Estrichleger kam um in meinem Fotostudio (Tankraum der ehemaligen Ölheizung) den Boden neu zu machen. Da mussten ein paar Zentimeter Estrich aufgefüllt werden. Die Maschine für den Estrich stand im Vorgarten und zwei Leute haben dann mit Eimern den Estrich ins Haus und über die Treppe in den Keller gebracht, natürlich bei Regen. Leider habe ich vergessen zum Schluss noch ein Endbild von Haus und Garten zu machen. Vielleicht auch besser so.
Die Arbeit einer fertig aufgearbeiteten Holztreppe eines Schreiners sieht, um nur mal eine Stelle zu zeigen, so aus. Da wo man die hellen Streifen sieht, ist im September das Wasser heruntergelaufen
Die komplette Treppe habe ich ein ganzes Wochenende selber nachgebeizt um zu retten, was noch zu retten war
Dann mussten wir erleben, dass Bodenleger unerlaubterweise mit Dreckschuhen über Hochglanzfliesen gehen um ihre Kleberreste in der Waschtischanlage im Badezimmer zu entsorgen ... O-Ton: "da verstopft schon nichts" . Auch über die neuen Treppenstufen ging es mit Dreckschuhen immer rauf und runter. O-Ton hier: "da wird schon nichts dreckig". Zum Glück ist der neu ausgesuchte Teppichbelag relativ dunkel.
Von Handwerkern könnte ich nach nun fünf Monaten ein ganzes Buch füllen. Auf jeden Fall wird es später mal ein Fotobuch!
Als ich die Aufschrift auf dem Zollstock sah, hätte ich fast gelacht, das ist schwarzer Humor
Aber das Treppenhaus sieht inzwischen wirklich halbwegs akzeptabel aus. Hier mal ein paar Bilder der Wandlung
Der rote Zollstock und einige "Close to the Ground"-Bilder gehen zu Juttas Aktionen